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EDITORIAL

„Der war schon tot …“

Liebe Freunde & Freundinnen des GIESSENER KRIMIFESTIVALS,

das Prozedere ist bekannt. Der Verdächtige wird im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt von der Polizei befragt. Seine Antwort, den Toten gar nicht zu kennen, würde er sogar beschwören. Von den Ermittlern mit DNA konfrontiert, die am Tatort gefunden wurde, führt dann meist zum diesjährigen Motto des GIESSENER KRIMIFESTIVALS. „OK, ich war dort (am Tatort), aber der (die) war schon tot“. Ein Satz der immer wieder im Spannungsroman oder auch in entsprechenden Filmen auftaucht. Für den Verdächtigen spricht, dass er nur so viel zugeben muss, wie es ihm eindeutig nachgewiesen werden kann. Das ist legitim und der Verteidiger seiner Wahl wird ihm auch nichts anderes raten. Alles andere wäre nahe  einem Geständnis. Es ist Aufgabe der ermittelnden Polizei, Wege und Spuren zu finden, die eine Täterschaft belegen. Auch in den Kriminalromanen, die beim diesjährigen KRIMIFESTIVAL gelesen und vorgestellt werden, wird viel ermittelt und anders als in der Realität, sind die Ermittler nach ca. vierhundert Seiten zu fast 100% erfolgreich. Das ist das Schöne am Krimi. Das Ende ist versöhnlich. Gönnen Sie sich dieses Glücksgefühl und haben Sie teil an der erfolgreichen Arbeit der Detektive und Kommissare. Vermutlich werden Sie bei keiner Lesung den wahren Täter erfahren, denn ein wenig Spannung sollten Sie mit nach Hause nehmen, das Ende selber lesen und alles wird gut. Wie schön, dass es das KRIMIFESTIVAL gibt, meint …

Ihr Uwe Lischper